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Ihre erste Begegnung mit Pippi Langstrumpf?

Ein geerbter Band von "Pippi geht an Bord" war irgendwie schon immer in meinem Bücherregal. Ich bin als Kind gar nicht auf die Idee gekommen, dass es mehr als diesen einen Band geben könnte und habe ihn einfach immer und immer wieder gelesen. Als Illustratorin hatte ich 2001 meine erste Pippi-Begegnung. Für eine Anthologie habe ich "Pippi plündert den Weihnachtsbaum" illustriert. Ich war totalö aufgeregt und habe unendlich viele Skizzen gemacht, bevor ich die eine Illustration, auf der Pippi zu sehen war, zu Papier bringen konnte. Aber diese erste Pippi hat immernoch ganz viel von der jetzigen.

Pippi erschien in Deutschland erstmals 1949 und ist immer noch ein moderner Text. Ihre Illustrationen sind sehr warmherzig, und vom Stil her recht nah an Vorgängerinnen wie z.B. Ilon Wikland. Brauchte Pippi nicht mehr Innovation?

Es ist eine riesengroße Ehre für mich, Pippi Langstrumpf neu zu illustrieren. Ich habe /meine/ Pippi gemalt, die ich immer schon vor meinem inneren Auge hatte. Mein Pippi-Bild setzt sich aus den Beschreibungen in den Büchern und natürlich ***auch*** sehr stark aus der Film-Pippi zusammen. Dies in Kombination mit meinem Illustrations-Stil, den ich auch an so einem prominenten Buch sicher nicht plötzlich verändere, ist nun das Ergebnis.

Für eine revolutionärere Pippi-Darstellung hätte man ja auch jemand anderes fragen können.

Der Verlag hat aber Katrin-Engelking-Illustrationen für die neue Pippi ausgesucht und ich habe mit großem Spaß und Schwung illustriert.

Ihre Perspektiven scheinen näher an den Figuren als z.B. bei Rolf Rettich oder Walter Scharnweber.

Ich hatte viel Platz und die Möglichkeit, farbig zu illustrieren. Und es macht mir einfach Spaß, nah ran zu "zoomen" und viele kleine Details zu zeigen.

Wie eng war das Briefing vom Verlag? Hat Heidi Oetinger Ihre Illustrationen kommentiert?

Wir haben am Anfang eine Art "Casting" gemacht. Ich habe alle Hauptfiguren einmal gemalt und wir haben besprochen, ob es Änderungen geben sollte. Heidi Oetinger hat mir bei einem Treffen auf der Buchmesse gesagt, dass ihr die Illustrationen sehr gut gefallen, was für mich einem Ritterschlag gleichkommt. Der ganze Verlag und die Familie Weitendorf ist so eng mit Pippi und Astrid Lindgren verbunden, dass es ein Glücksgefühl für mich ist, mit meiner Pippi auch ihre Vorstellungen getroffen zu haben.

Können drei Pippi-Ausgaben nebeneinander bestehen?

Klar! Ich selbst würde nie auf meine drei kleinen blauen Bücher verzichten wollen. Und Eltern mit kleineren Kindern freuen sich an der farbigen Ausgabe mit vielen Bildern.

In Ihrem Werkstattbericht auf Ihrer Website erklären Sie, die Bilder, die Ihnen am meisten Spaß machen, malen Sie zuerst. Welches Bild haben Sie bei Pippi Langstrumpf zuerst gemalt?

Das mit der Villa Kunterbunt war neben den "Castingbildern" auf jeden Fall eins der ersten. Und Pippi, die Handstand macht auch.